Montag, 2012/06/04

Heute geht es endlich los. Während der etwas anstrengenden Anreise, die von 6:20 bis ca. 15:00 dauerte, konnten wir uns bereits von der gemütlichen italienischen Mentalität einen Eindruck verschaffen. Wir haben eine knappe Stunde am Flughafen auf unser Gepäck gewartet. :-) Im Hotel angekommen, entschlossen wir uns zu einer kleinen Erkundungstour in der Stadt. Lektion 1: Niemals in einem kleinen Restaurant in der Nähe von Touristenattraktionen essen gehen. Wir haben dann versucht, eine SIM Karte für mobiles Internet zu erstehen. Diesen Bericht schreibe ich zähneknirschend offline...
In Schnelldurchlauf streiften wir dann noch die Spanische Treppe, den Fontana di Trevi und das Pantheon. Lektion 2: Schutzwege und rote Ampeln haben eine andere Bedeutung als in Österreich. Den Abend haben wir noch bei einem gemütlichen Bier in einer kleinen Bar in der Nähe des Hotels ausklingen lassen. Dort haben wir noch mit einem Soldaten namens Marino über Verenas schönes Aussehen geredet. ;-)

Dienstag, 2012/06/05

Heute haben wir es tatsächlich geschafft, um 7:30 aufzustehen. Nach dem Frühstück sind wir gleich in den Bus Richtung Kolosseum gefahren, dann haben wir das Forum Romano besichtigt. Angestrengt von der vielen Latscherei, ließen wir uns ca. 300 m südwestlich vom Kolosseum nieder um eine leckere Pizza zu essen.
Verschnauft und gestärkt marschierten wir zum Monumento Vittorio Emanuele II, und besuchten das kleine Museum darin. An der Fontana di Trevi vorbei spazierten wir zum Piazza del Popolo, wo wir im Cafe Rosati einen Cafe tranken. Im Rahmen dieses Spaziergangs besuchten wir einen IWind Shop und ergatterten nun endlich mobiles Internet, juhuu! Jetzt muss ich aufhören zu tippen, Verena quengelt bereits. (Ich habe ihr ein Eis auf der Spanischen Treppe versprochen.)
Ganz oben auf der Treppe hat man einen Blick über die gesamte Via Condotti, die Nobel-Einkaufsstraße, welche wir dann schnurstracks abbummelten. Viel zu nobel, und wer braucht schon Handtaschen? Doch da habe ich dann doch eine Perle entdeckt: Einen Ferrari-Shop, wo Michaels 2004er Bolide ausgestellt war.
Etliche Fotos später gingen wir dann weiter zum berühmten Piazza Navona, wo wir uns ein Plätzchen zum Abendessen aussuchten. Nach den sehr bissfesten Nudeln schlenderten wir zur Bushaltestelle und fuhren nach dem anstrengenden Tag wieder zurück ins Hotel.

Mittwoch, 2012/06/06

Aah, heute wieder perfektes Wetter. Wir beginnen gleich mit dem wichtigsten Punkt auf der Tagesordnung, dem Kapitol inklusive dazugehörigem Museum. Entlang eines unnötig langen Fußwegs marschierten wir von unserer Stammbushaltestelle zu dem berühmten, im Satellitenbild gut erkennbaren Prunkplatz.
Wow, das Museum hat einiges zu bieten. Dort befinden sich die wichtigsten Statuen, Reliefs, Bilder und sonstige Kunstwerke, die auf den Titelseiten der Reiseführer abgebildet sind. Wir waren gut 3 Stunden dort, bevor uns der Hunger in Richtung Essen zwang. Vor dem Mittagessen machten wir noch kurz Halt beim Mund der Wahrheit, wo Verena ein sexy Stück Bauvlies zum Bedecken ihrer Beine erhielt. Niemand hat uns in der kleinen Kapelle gesehen, und Gott kann durch das Vlies hindurchsehen, den Grund für den Stofffetzen soll einer verstehen... Mutig sprangen wir in den nächstbesten Bus um mit der Metro zum Piazza del Popolo zu fahren. Nach einem schnellen Snack wanderten wir zur Galleria Borghese, unserem nächsten heutigen Etappenziel.
Jetzt, 4 Stunden später, waren wir immer noch nicht in der Galleria. Wir mußten uns nahe des Fontana Rotonda in die Wiese legen um ein kleines Schläfchen zu machen. Dann spazierten wir durch den riesigen Park zur Galleria, jedoch nicht ohne noch einen Kaffee an der Via Po zu trinken.
Die Ausstellung dort ist wirklich sehenswert, die Kunstwerke sind noch prächtiger als die im Kapitol-Museum. (meiner bescheidenen Meinung nach) Erneut durchquerten wir den Park und fuhren mit der Metro zum Circus Maximus. Vorbei am antiken Horsodromo und dem Mund der Wahrheit sowie der Isola Tiberina fanden wir ein wiklich nettes kleines Restaurant, sehr zu empfehlen. (Via de la Lungeretta)

Donnerstag, 2012/06/07 - Fronleichnam

Heute besuchen wir zuerst Hadrians Grab, das Castel Saint Angelo a.k.a. Engelsburg. So, jetzt haben wir endlich eine ruhige Minute, wir befinden uns im Grand Caffee Roma nahe der Ubahnstation Barberini. In der Zwischenzeit haben wir die Engelsburg besucht, eine riesige Kunstausstellung voller wichtiger Kunstwerke zur römischen Geschichte und christlicher Kultur. Am besten hat mir die Sammlung der Gemälde und Statuen der Liebe zwischen Psyche und Amor gefallen. Auch die Aussicht auf die zahllosen Dome ist ziemlich eindrucksvoll.
Danach fuhren wir zum Museum Galleria Nazionale Antica, welche zahlreiche Abbildungen zur Passion Christi, verschiedensten Heiligen und berühmte Szenen aus Sagengeschichten beinhaltet. Dort fiel mir unter anderem der Künstlers Candlelight Master auf, dessen Bilder wir bereits vorher in der Engelsburg besonders bewundert haben.
Jetzt haben wir beschlossen, noch ein Eis an der berühmten Gelateria Fassi zu essen, und danach besichtigen wir noch die Kirche San Giovanni in Laterno.
Das Eis war exquisit, kein 0815-Stoff von der Straße... man muss nur seine Ellbogen gegen die drängelnde Menge stemmen. Die Kirche konnten wir heute leider nicht besichtigen, da dort eine Horde GottesanbeterInnen lautstark eine Fronleichnam-Party feierten. Wir beschlossen, wieder im gleichen Viertel wie am Vortag zu Abend zu essen, also fuhren wir zum Circus Maximus um von dort aus zu Fuß weiterzugehen. Wir legten dort in der Wiese noch einen Zwischenstop ein, um im antiken Ambiente die ZIB anzusehen. Danach überquerten wir den Tiber und speisten abermals vorzüglich.

Freitag, 2012/06/08

Heute verlassen wir Italien - wir besuchen den Vatikanstaat. Wir haben Kuppel sehr früh schon erreicht, um halb 9 waren wir oben. Danach sind wir durch das Innere der Kirche gegangen - unglaublich, wie riesengroß dieses Gebäude ist. Das hatte ich nicht mehr in meiner Erinnerung. Edis Kamera hat uns leider erst kurz vor seiner Erschöpfung gewarnt, jetzt müssen wir uns die restliche Kapazität gut einteilen.
Wir stehen gerade in der Schlange vor dem Eingang des vatikanischen Museums, ich bilde mir ein, dass ich diese damals mit Dieter flotten Schrittes passiert habe. Naja, dann beschäftigen wir uns eben mit des Engländers liebstem Hobby - Queuing... Lustig, die Leute bieten einem an, für 40 € die Line zu skippen, die angeblich zwei Stunden lang ist. Ich entgegnete "I love the line", nach einer knappen halben Stunde waren wir im Museum.
Soda, wieder draußen, nach fast 4 Stunden Besichtigung einer der wertvollsten Kunstsammlungen weltweit. Scheint, als hätten die Brückenbauer mit dem Zusammentragen dieser Artefakte auch etwas Bedeutendes geleistet. Die Fresken der Sixtinische Kapelle stellen, finde ich, alle Malereien, die wir bisher in Rom besichtigt haben, in den Schatten. Gut das wir die nicht gleich zu Beginn des Urlaubs besucht haben, da wären unsere Augen zu sehr verwöhnt worden...
Jetzt haben wir in einem ruhigen Viertel etwas gegessen und werden von der Müdigkeit übermannt. Wir müssen ohnehin ins Hotel, die langen Sachen, die in der vatikanischen Hausordnung vorgeschrieben werden, wechseln und die Kamera aufladen.
Im Hotel haben wir beschlossen, uns den restlichen Tag zu erholen um den letzten vollen Tag morgen voller Energie zu nutzen. Jetzt fahren wir wieder in die City um zu essen und zu rasten.

Samstag, 2012/06/09

Für heute haben wir folgende Punkte geplant:
Spaziergang über den Gianicolo inklusive Besichtigung der Villa Farnesia
Bummeln durch den Campo di Fiori, den berühmten Blumenmarkt
Besuch der Fori Imperiali (das haben wir beim Foro Romano am Dienstag ausgelassen)

Meine erste Amtshandlung heute morgen war das Erschlagen einer Mücke, die uns ab 5h morgens genervt hat, jetzt hat die Zimmerdecke einen roten Fleck. Heute ist das Wetter regnerisch, wir spazieren trotzdem durch den Gianicolo, ein Park voller Marmorköpfe. Der Villa Farnesia haben wir auch einen Besuch abgestattet, diese ist sehenswert mit Fresken von Raffael und seinen Schülern geschmückt. Auch hier begegnet man wieder dem damals anscheinend ziemlich beliebten Märchen von Amor und Psyche in Form von Wandmalereien. (Wobei "damals" einen ziemlich langer Zeitraum umfasst :-)
Jetzt haben wir das Ende des Regenschauers mit dem Mittagessen überbrückt und nun geht es weiter mit dem Besuch des Campo di Fiori, dem Blumen- und Gemüsemarkt. Dort ist es ziemlich schmutzig, überall Essensreste und Abfall am Boden. Wir aßen dort einen Früchtebecher und zogen weiter in das Foro Traiano, wo wir uns einige Stunden lang vom Audioguide zum Thema antiker römischer Architektur und den Ausgrabungen berieseln ließen. Die Bauwerke sind teilweise gut erhalten und geben einen tollen Eindruck über das damalige Leben.
Wir beschlossen, vorbei am Schildkrötenbrunnen zu spazieren und bei einem Kaffee im dort angrenzenden jüdischen Viertel eine Rast einzulegen. Jetzt haben wir alle Punkte, die auf dem Tagesplan standen, abgehakt. Für eine Tiberrundfahrt ist es uns nun schon zu spät, die verschieben wir auf morgen. Heute sehen wir uns noch Deutschland-Portugal an, jetzt müssen wir noch essen und einen Platz finden, wo das EM Spiel übertragen wird. Essen waren wir in einem Restaurant mit besonders preisgünstigen Speisen; lustig war hierbei, dass die Kellnerin uns versehentlich die Rechnung des Nebentisches gebracht hat, welche mehr als doppelt so teuer war als erwartet.

Sonntag, 2012/06/10

Heute ist unser letzter Tag hier in Rom. Wir haben das Hotel etwas verzögert verlassen, wir mussten ja noch alles einpacken und auschecken. Dann sind wir umständlich zum Bahnhof Termini gefahren, um festzustellen dass dort am Sonntag nur ein Schalter bei der Gepäckabgabe geöffnet hat. Wartezeit eine Stunde, beim Abholen vielleicht auch, grrr...
Dann wird es leider nix mehr mit Sightseeing heute. Es sind ja auch noch ein paar andere Dinge zu erledigen: BigMac-essen, Tickets für den Flughafentransfer kaufen, Kaffee trinken, DIESEN Text verfassen, Postkarten schreiben und noch ein Bier trinken.
Ach dieser verdammte Flughafen. Wieso schaffen es die anderen pünktlichen Service auf die Reihe zu bringen? Bei der Anreise mussten wir hier auch schon auf unser Gepäck warten, bei der Rückreise haben sie das Boarding delayed und jetzt beobachten wir vom Sitz aus wie sie das Gepäck einladen. I am NOT amused.
Ich bin nach dem Start ziemlich bald eingeschlafen, um kurz vor Wien von Turbulenzen wieder geweckt zu werden. Der Pilot landete dennoch souverän, und der Umstand, dass wir dann am Skylink extrem zügig abgefertigt wurden und im Taxi das Formel1-Rennen doch noch live sehen konnten, besserte meine Laune wieder auf. :-)